kleine Bullwhip/Quirt / (little bullwhip/quirt)

Beschreibung:
Im Folgenden finden Sie eine Anleitung, zur Herstellung einer einfachen Bullwhip bzw. eines Quirts. Diese kleine Bullwhip ist sicherlich kein "Meisterwerk" aber um damit hin und wieder ein wenig zu "spielen" reicht sie völlig aus. Auch wenn sie klein und verhältnismäßig leicht ist, so ist doch Vorsicht im Umgang damit angebracht!





Anleitung:
Der Nachbau erfordert schon einiges Geschick bzw. einigen Zeitaufwand, an Werkzeug ist aber kaum etwas vonnöten. Sollten größere Probleme auftauchen oder etwas völlig unverständlich sein, können Sie mich gerne ansprechen.


An Material benötigen Sie:

1     Streifen Leder 2mm stark min. 130 cm lang, 4 cm breit,
       (entweder sie nehmen dazu einen Volledergürtel
       oder kaufen sich einen etsprechenden Streifen Volleder)
1     stück Lederschnur 1-2 mm durchmesser, 10 -15 cm lang,
1     stück Bleischnur ca. 50 cm lang,passend für nachfolgenden Schlauch
1     stück PVC(o.Ä.) Schlauch 4-6 mm Durchmesser , 20-30 cm lang,
1     Nagel 4mm x 120mm
+     evtl. 1-2 Streifen Spalt(Velours)Leder 5mm breit ca 1m lang
+     Material zur Herstellung eines Griffes

An Werkzeug benötigen Sie :

1     Scharfes Messer
       (am besten cutter mit Abbrechklingen)
       Lederfett farblos!!! (z.B.Centralin),
       Lineal, Maßband o.Ä.

Als erstes sollten sie ihren Streifen Leder wie auf der Abbildung zurechtschneiden. Das lange Stück wird dabei der "Körper" der Peitsche, das Kurze wird das Fall (deutsch: Schmitze) aber das können sie jetzt erst einmal beiseite legen.

Meiner Meinung nach ist es am einfachsten, die einzelnen Streifen zu schneiden, in dem sie das obere Ende Irgendwo einhaken oder einspannen, und dann einen Schnitt in der Mitte des Streifens machen, das Messer von unten hindurchstecken und den Streifen halbieren, indem sie das Messer auf sich zu ziehen. Sie sollten dabei das Leder ständig unter Spannung halten und sehr genau arbeiten, dennoch halte ich es für das Einfachste, dieses per Augenmaß machen. Einfach immer in der Mitte bleiben....:-))

Wenn sie den Streifen in 4 unterteilt haben sollten sie diese 4 Streifen an der Unterseite anfasen. Auch hier ist es meiner Meinung nach wieder am einfachsten das Leder irgendwo einzuspannen oder einzuhaken und dann mit einem, hoffentlich sehr scharfen Messer, einen dünnen Streifen von den beiden Unterkanten aller 4 Stränge abzuschneiden. Wem das zu kniffelig ist, der versuche es einmal mit einem Sparschäler oder einem Naßrasierer. Je sauberer Sie diese Arbeit ausführen, um so "glatter" wird nachher auch die Peitsche!

Wenn sie damit fertig sind, nehmen sie eine etwa Walnuß großes Portion Lederfett, verteilen es auf den 4 Strängen und massieren es in das Leder ein, z.B. indem sie das Leder zusammen knüllen, und wie einen Schneeball leicht durchkneten. Warten sie ca. 1 Stunde und massieren sie eine weitere Portion hinein. Warten sie erneut, und massieren sie eine dritte Portion hinein. Je mehr Fett das Leder aufgenommen hat, desto fester können sie es auch durchkneten. Sie werden sich wundern, wie viel Fett ihr Leder aufnehmen kann...!
Scheint das Leder erst einmal kein weiteres Fett aufzunehmen, hängen sie es auf, und lassen das Fett über Nacht weiter einziehen.

Jetzt können sie auch ihr Fall zurechtschneiden. Je nach dem, wie sie die Peitsche einsetzten wollen, empfielt sich ein breiteres oder schmaleres Fall, wobei zu sagen ist, das selbst ein Fall von 1 cm Breite immer noch sehr heftig ist!!! Das Fall sollte möglichst schnell seine endgültige Breite erhalten. Ein Fall von 60 cm länge mit 4 mm Breite am Ende sollte also z.B. auch min. 50 cm lang diese Breite haben, und sich nur auf den unteren 10 cm verbreitern, so daß sie den Schlitz für eine Schlaufe hineinschneiden können. Wenn Sie mit der Form zufrieden sind, fasen Sie auch das Fall an, aber an allen vier Kanten, so daß es richtig rund bzw. oval ist.Dann fetten Sie auch das Fall richtig gut ein!
Statt eines solchen "echten" Falls bietet sich, vor allem am Anfang an, einen oder 2 Velourlederriemen von ca. 1 m Länge in der mitte zu doppeln und in die Schlaufe der Peitsche einzuhängen!

Bevor Sie nun anfangen zu flechten, sollten sie Ihr Leder nochmals mit einer guten Portion Lederfett einreiben. Dadurch "rutschen" die einzelnen Stränge beim Flechten leichter an ihren Platz.
Zum Flechten haken sie am besten die Schlaufe irgendwo in Augenhöhe ein, so das die Oberseite der Stränge von ihnen wegzeigt. Sie nehmen dann die beiden äußeren Stränge, und führen den Linken über den Rechten. Nun nehmen sie den zweiten Strang von der linken Seite, führen ihn unter den letzten hindurch, vorne über den Strang, der auf der rechten Seite liegt und legen ihn links ab. Nun den letzten Strang, nach links, unter dem ersten, über den zweiten Strang und auf der rechte Seite ablegen. Jetzt haben Sie auf jeder Seite 2 Stränge, die mit den Oberseiten zu ihnen zeigen.


Der weitere Verlauf ergibt sich nun genauso:
Den obersten Strang auf der linken Seite hinten! herumführen, erst unter, dann über einen Strang auf der rechten Seite legen, und links ablegen. Den obersten Strang auf der rechten Seite hinten! herumführen, erst unter dann über einen Strang auf der linken Seite legen, und rechts ablegen.....Immer abwechselnd, links und rechts....
Dabei ist zu beachten, daß sie die Flechtung wirklich fest und gleichmäßig machen. Wenn ab und zu ein wenig Fett aus dem Leder hervor kommt ist das genau richtig!!!

Nach ca. 15-20 cm wird es Zeit, die Peitsche von innen mit einer Seele etwas "aufzupolstern". nehmen Sie dazu einen vorbereiteten sehr dünnen Streifen Leder, legen Sie ihn über die "Kreuzung" in der Mitte, so das noch etwa 1 cm oben herausschaut, und flechten sie 4-6 schritte weiter. Nun können sie ihre Seele so weit nach unten ziehen, bis sie oben verschwindet. Ziehen sie alles noch einmal richtig stramm und flechten sie weiter.
Nach weiteren 8-10 cm machen sie mit dem anderen Ende das Gleiche, so das unten eine Schlaufe herausschaut. An diese Schlaufe knoten sie die Bleischnur und flechten weiter. Wenn sie, wie hier zum Knoten, mal eine Pause machen wollen, sichern sie ihre Arbeit am einfachsten mit kleinen Leimklammern gegen ein Aufdröseln.
Wenn sie noch ca. 50-60 cm von ihren Strängen übrig haben, wird es Zeit, das Stück Schlauch über die Bleischnur zu ziehen. Damit der Übergang ein wenig weicher ist, sollten sie den Schlauch am oberen Ende ca. 5cm weit "anspitzen". Dann flechten Sie weiter, bis sie noch ca. 20-30 cm übrig haben.
Nun müssen sie ihren Griff gestalten. Dazu ritzen sie den Schlauch ein wenig ein, so daß sie die Bleischnur im inneren mit dem Messer durchschneiden können. ziehen sie sie unten heraus und stecken Sie stadt dessen den Nagel hinein, so daß er an der Schnur anstößt und gleichzeitig komplett im Schlauch verschwindet( evtl. geben sie auf den Übergang auch einige Tropfen Klebstoff).
Jetzt können Sie weiter flechten, bis Sie das Ende des Nagels erreicht haben. Dort umwickeln sie das Ganze fest ca 15 mal mit einem Stück Zwirn um es dauerhaft zu sichern (evtl geht auch ein kleiner!!! Kabelbinder).
Anschließend sollten Sie ihren Händen erst einmal eine kleine Pause gönnen :-)

Wenn Sie nun Ihr Werk betrachten, werden sie feststellen, das, auch wenn sie sich sehr viel Mühe gegeben haben, alles doch ein wenig "knotig" ausschaut, aber das ist Normal. Viel wichtiger ist jetzt auch zu überprüfen, ob sie auch wirklich fest genug geflochten haben. Wenn sie die Peitsche in sich versuchen zu verdrehen, sollten sich keine "Luftlöcher" bilden, es sollte ihnen also nicht gelingen, die Peitsche so zu verdrehen, das sich die Stränge so weit aufwölben das sie gar hindurch gucken können - dann haben sie eindeutig nicht fest genug geflochten. auch sollten je ca. 30 cm der Peitsche "von sich aus stehen"... wenn sie also ca. 30-40 cm zwischen ihren Händen halten, sollte nichts durchhängen. Ansonsten machen Sie vieleicht alles noch mal auf und fangen von vorne an.....

Um nun also das "knotige" Aussehen zu beseitigen, wird die Peitsche gerollt. dazu wird sie mit einem Brett auf einer harten Unterlage gerollt, bis sie schön gleichmäßig ist, und auch wirklich rollt.(Vorsicht, das Fett tritt dabei ein wenig aus den Poren... also nicht auf dem besten Eichentisch!!!) Besonders Vorne wird das aufgrund des Durchmessers nicht ganz einfach sein, aber wenn Sie langsam anfangen und den Druck dann steigern, werden sie sie überall richtig rund bekommen und das "knotige Aussehen verschwindet. gleichzeitig ist die Peitsche jetzt schon um einiges geschmeidiger geworden. Mit zunehmendem Gebrauch wird sich das noch verstärken. Darum ist es auch so wichtig, wirklich fest zu flechten... weich und geschmeidig, wird eine Peitsche mehr oder weniger von alleine!!.

Zum Griff gibt es nicht allzu viel zu sagen. Z.b. ein Feilenheft ca 4-5 cm tief mit dem erforderlichen Durchmesser aufboren, und die Peitsche gut einkleben. Als zusätzliche Sicherung können Sie auch noch 1 oder 2 kleine Schrauben seitlich einschrauben. Bohren sie aber die Löcher dazu in das Feilenheft vor!

Als Variation, besonders, wenn ihre Peitsche 90 cm oder länger geworden ist, bietet sich an, den Griff zu gestalten, indem etwa 15 cm mit dünnen Lederstreifen umflochten werden. z.B. 8-fach. Eine 8fache Flechtung geht analog zur 4-fachen, nur statt unter Einem, über Einem, bei 8-fach, unter Zwei, über Zwei....

Nun ist Ihre Peitsche im Prinzip fertig. Sie müssen nur noch das Fall ihrer Wahl vorne einhängen. Dazu schieben sie die Öse des Falls über das Ende der Peitsche und fädeln dann das Ende des Falls in die Öse der Peitsche ein. Ziehen Sie dann alles gegeneinander fest, und sie sind fertig. Ein Fall aus Velourleder (wirklich sehr zu empfehlen) wird analog befestigt.

Eine Peitschenschnur zum knallen(einfach ca. 30cm Nylonschnur verdrillen) wird übrigens mit untenstehendem Knoten am Fall befestigt.
Aber zum "Spielen" besser wieder abmachen!!!

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Der Autor übernimmt keinerlei Haftung für alle hier angegebenen Anleitungen! Auch und vor allem nicht für die Sicherheit im Umgang mit den fertigen Objekten!

aktualisiert am 22.09.2009

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